Universität des Saarlandes
FR. 4.1 Germanistik
Hauptseminar: Bewertende Textmuster
Leitung: Prof. Dr. Barbara Sandig
Wintersemester 2000/2001

»Bewertungen in Musik-Kritiken«

vorgelegt von:
Thomas Zippo Zimmermann, Hellwigstr. 13, 66121 Saarbrücken

Inhalt

1. Einleitung

2. Zum Textmuster Musikkritik

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Typische Formen von Musikkritiken

2.3 Kanäle und Medien

2.4 Funktionen/Sozialer Sinn

2.5 Zu den Beispielen

2.6 Bausteine/Teilhandlungen

3. Bewerten in Musikkritiken

3.1 Bewertungsgegenstand

3.2 Bewertungsaspekte

3.3 Gewichtung der Einstufungsergebnisse

3.4 Bewertungsmaßstab

3.5 Bewertende Sprachhandlungen

3.6 Bewerten durch Beschreiben

3.7 Herantragen

3.8 Die gute Schreibe

3.9 Erfüllung der Unterhaltungsfunktion und Profilierungsfunktion (Leserbindung)

3.9.1 durch Personalisierung (Human-Interest-Bereich)

3.9.2 durch Manifestation eines gemeinsamen Hintergrundes (Politik, Fernsehen, Kino, Insiderwissen)

3.9.3 durch effektvolle Überschrift oder Einstieg

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Anhang 1

Anhang 2

Anhang 3

1. Einleitung

Die gesellschaftliche Relevanz von Kritiken, seien es Theater-, Konzert- oder CD-Kritiken, scheint in erster Linie darin zu liegen, eine Hilfe für eventuelle Verkaufsentscheidungen zu bieten. So wäre anzunehmen, daß positive Kritiken die Verkaufs- oder Besucherzahlen steigern und negative Kritiken umgekehrt diese negativ beeinflussen. Wirft man aber einen genaueren Blick auf das Musikgeschäft, so stellt man schnell fest, daß heutzutage Kritiken in schriftlicher Form das Kaufverhalten nicht wesentlich beeinflussen. Während Theateraufführungen und Konzerte noch eher wegen der regionalen Begrenztheit und den überschaubaren Zuschauerzahlen auf Zeitungskritiken angewiesen sind, hat im Musikgeschäft längst die industrielle Vermarktung andere Absatzwege gefunden. Neben der Auswahl- und Entscheidungshilfe scheinen also andere Kriterien die Funktion von Musikkritiken zu bestimmen.

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, welche Funktionen Musikkritiken haben können und welche Aufgabe insbesondere den Bewertungen zukommt. In der Beschreibung des Textmusters »Musikkritik« geht es sowohl um linguistische Fragen der Realisierung von Bewertungen als auch um soziologische bzw. soziolinguistische Fragen nach Funktionen und Wirkungen. In einem ersten Teil soll das Textmuster Musikkritik allgemein beschrieben werden. Dazu gehört neben der Begriffsbestimmung eine Beschreibung von typischen Formen, Kanälen und Medien sowie allgemeinen Funktionen und Bausteinen. Im zweiten Teil sollen dann Art und Funktion der verwendeten Bewertungen in Musikkritiken analysiert werden.

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2. Zum Textmuster Musikkritik

2.1 Begriffsbestimmung

In Abweichung vom alltagssprachlichen Gebrauch unterscheidet Gernot Stegert »zwischen der Rezensionen als Beitrag bzw. Beitragsform und der Kritik als sprachlicher Handlung, die als funktionaler Baustein in Rezensionen, aber auch in alltäglichen Gesprächen, in Romanen, Gedichten, Sachbüchern, in Interviews, vielen historischen Beiträgen usw. vorkommen kann.« [1]

Da der Ausdruck »Kritik als sprachliche Handlung« dem Ausdruck »Bewerten als sprachliche Handlung« entspricht, sollen im Folgenden die Begriffe »Rezension« und »Kritik« synonym gebraucht werden, zumal ersterer im Zusammenhang mit Musik eher ungebräuchlich ist. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß im journalistischen Bereich zumeist der Ausdruck »Besprechung« verwendet wird, um der leicht negativen Konnotation von »Kritik« aus dem Wege zu gehen.

Unter einer Rezension sollen nun allgemein »all jene Medienkommunikationen, die aus einer unbestimmten Menge bestimmter kommunikativer Handlungen bestehen« [2] , verstanden werden. Das heißt, es gibt bestimmte kommunikative Handlungen des Rezensierens, von denen eine unbestimmte Menge ausgeführt werden muß. Das Vorkommen eines bestimmten Bausteins allein ist noch kein Indiz für das Vorliegen einer Rezension.

Stegert unterscheidet zwischen zwei Arten von Bausteinen:

  • Funktionale Bausteine sind all jene, die die Rezension von anderen journalistischen Textsorten unterscheiden. [3] So unterscheidet der Baustein »Bewertung« als konstitutiver Bestandteil die Musikkritik von anderen Formen des Musik-Journalismus, wie Reportage oder Konzertankündigung. Zwar sind auch in diesen Textsorten bewertende Sprachhandlungen denkbar, sie sind aber nicht unerläßlich. Den funktionalen Bausteinen nach Stegert entsprechen weitgehend die konstitutiven Teilhandlungen der Textmustertheorie. [4] Allerdings muß nicht jedes funktionale Element gleich einer konstitutiven Teilhandlung entsprechen; in Kapitel 2.6 wird dies deutlich werden.
     
  • Formale Bausteine sind all jene, die die Rezension von anderen, nicht-journalistischen Formen der Musikbewertung unterscheiden. So unterscheiden beispielsweise die Bausteine »Überschrift« oder »Foto« die Musikkritik etwa von Musikbewertungen im Alltagsgespräch (Beispiel: »Kennst du schon die neueste CD von ...?« ), oder in Internet-Diskussionsforen etc.. Die meisten formalen Bausteine sind fakultative Teilhandlungen [5]. Daneben sind noch beliebig viele weitere fakultative Teilhandlungen möglich. [6]

2.2 Typische Formen von Musikkritiken

Der Prototyp der Musikkritik ist die Aufführungskritik, genauer gesagt: die Kritik eines Konzerts der sogenannten [7] »klassischen« Musik, die für gewöhnlich im Feuilleton einer Tageszeitung abgedruckt ist. Oftmals ist in der Literatur eine solche Form der Kritik gemeint, wenn von »Musikkritik« die Rede ist, was nicht sehr verwundert, wenn man bedenkt, daß die Rezension klassischer Konzerte die einzige Form der Musikkritik ist, die auf eine jahrhundertealte Tradition zurückblickt.

Wenn man den Blick etwas weiter öffnet, lassen sich zwei prototypische Formen der Musikkritik ausmachen:

  1. Die Plattenkritik: Ein Tonträger, der Musik enthält, wird bewertet.
  2. Die Konzertkritik: Eine Musikveranstaltung wird bewertet

Der Vorteil des Prototypenkonzepts ist, daß sich somit auch Zwischenformen und Randphänomene erfassen lassen, die sich ansonsten schlecht in ein definitorisches Raster einfügen würden. Ein Beispiel für ein solches Randphänomen wird in Kapitel 2.6 erläutert.

2.3 Kanäle und Medien

Musikkritiken werden über die folgenden Kanäle und Medien realisiert:

  1. Kanal: Schriftform
    Medien:
    1. Presse
      Wie bereits im vorigen Kapitel erwähnt, ist dies die typische Erscheinungsform der Musikkritik. So stammen auch alle in dieser Arbeit vorkommenden Beispiele aus Zeitschriften
       
    2. Bücher
      Musikkritiken in Buchform sind äußerst selten zu finden und wenn, dann handelt es sich in der Regel um Artikel-Sammlungen aus Zeitschriften (z.B. Diederichsen 1989). Die Ursache dafür liegt wohl darin begründet, daß die Leser von Musikkritiken Aktualität erwarten (vgl. auch Agenda-Setting-Funktion in Kapitel 2.4)
       
    3. Internet:
      Spätestens seit Mitte der neunziger Jahre ist das Internet eine bedeutende Quelle für Musikkritiken: Zunächst einmal gibt es die Online-Abteilungen der etablierten Zeitungen und Zeitschriften, die sich inhaltlich oft weitgehend an die Druckausgabe anlehnen. Dann existieren spezielle Musikportale und Web-Sites, die sich exklusiv der Musikkritik widmen (beispielsweise www.schallplattenmann.de). Interessanterweise wird die Möglichkeit, Hörbeispiele in die Kritik einzubinden, kaum genutzt (vgl. 2. und 3. Kanal). Als neue Form der Musikkritik haben sich die Kunden-Rezensionen der Online-Händler herausgebildet (z. B. www.amazon.de). Interessant sind auch »Bewertungs-Portale«, wie etwa ciao.com, wo die Benutzer Produkte (und damit auch Musik-CDs) in Form eines journalistischen Artikels bewerten. Teilweise schwierig einzuordnen sind die Newsgroups (Diskussionsforen): Hier sind sowohl Beiträge zu finden, die sich in kaum einer Weise von einer in der Presse veröffentlichten Kritik unterscheiden, als auch solche, die eher einem Alltagsgespräch nahekommen.
       
  2. Kanal: Auditiv
    Medium: Hörfunk

Ein Punkt, der immer wieder im Zusammenhang mit Musikkritik betont wird, ist die Schwierigkeit des Autors einer Rezension, das Hörerlebnis in Worte zu fassen. [8] Man sollte daher meinen, daß der Hörfunk das ideale Medium für die Musikkritik sei. Tatsächlich spielt die Musikkritik im Hörfunk kaum eine Rolle. Möglicherweise liegt das daran, daß in der Wahrnehmung der Rezipienten das Textmuster Musikkritik bereits so mit dem Schrift-Kanal verbunden ist, daß es in anderen Kanälen weder erwartet noch vermißt wird.

  1. Kanal: Audiovisuell
    Medium: Fernsehen

Ein noch größeres Schattendasein führt die Musikkritik im Fernsehen, obwohl auch hier die oben genannten Möglichkeiten bestünden.

2.4 Funktionen/Sozialer Sinn

Das Textmuster »Rezension« stellt die Lösung eines gesellschaftlichen Standardproblems dar und hat damit einen sozialen Sinn. [9] Man kann auch sagen, die Rezension erfüllt bestimmte gesellschaftliche Funktionen:

  1. Kritik-Funktion [10]

    Der Begriff »Kritik« wird hier im engeren Sinne gebraucht, das heißt, es wird tatsächlich »Kritik geübt «: an dem zu rezensierenden Werk, an einzelnen Aspekten, an einer bestimmten Kunstrichtung, Kulturmode, Ideologie oder Politik.
     
  2. Bildungsfunktion [11]

    Durch die Rezension wird das Wissen der Rezipienten erweitert. Diese Wissenserweiterung geht dabei über die bloße Nennung von Fakten hinaus: Hintergrundwissen, Verständlichmachen der Arbeitsweise des Künstlers, historische Einordnung, Genre etc.
     
  3. Sprach- und Meinungsbildungsfunktion [12]

    Die Rezension hilft dem Rezipienten, sich eine eigene Meinung über das Werk zu bilden. Schlechtenfalls liefert die Rezension Meinungsbausteine, die unreflektiert übernommen werden.
     
  4. Agenda-Setting-Funktion [13]

    Die Medien bestimmen mit, was in und out ist, worüber man spricht, was auf die Tagesordnung kommt und was überhaupt wahrgenommen wird. »Kultur ist, was die Medien als Kultur präsentieren; oder umgekehrt: Medien konstruieren die Kulturrealität.« [14] Jede veröffentlichte Rezension übt allein schon aufgrund der Tatsache, daß sie existiert, die Agenda-Setting-Funktion in einem bestimmten Grad aus.
     
  5. Psychisch-soziale Funktion

    Rezensionen können, dem rezensierten Werk ähnlich, »als Tor zur Welt des Geistes, als Schlupfloch in oder zumindest als Schlüsselloch mit Blick auf Fremdes« [15] fungieren.
     
  6. Unterhaltungsfunktion [16]

    Eine Rezension kann anregen und Freude am ästhetisch Gelungenen hervorrufen. Dabei »spielt der Genuß einer treffsicheren, anschaulichen, lebendigen und phantasievollen Sprache eine zentrale Rolle.« [17]
     
  7. Beratungsfunktion [18]

    Eine Rezension, kann dazu genutzt werden, dem Künstler oder Autor Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Jede Rezension übt die Beratungsfunktion insofern aus, als der Autor durch sie erkennen kann, wie sein Werk aufgenommen, verstanden und bewertet wird. Eine explizite Form der Beratung ist jedoch selten, da
    1. die Hauptadressaten der Rezension die (potentiellen) Rezipienten eines Werks sind,
    2. je nach Medium davon auszugehen ist, daß der Urheber des kritisierten Werkes die Rezension niemals zu Gesicht bekommen wird und
    3. die Rezension dadurch oftmals besserwisserisch und überheblich wirken würde.
     
  8. Werbefunktion [19]

    Eine positive Kritik fungiert automatisch als Werbung für das rezensierte Werk. Auch negative oder zwiespältige Bewertungen können werben, indem sie das Werk ins Gespräch bringen (vgl. Agenda-Setting-Funktion) und grundsätzliches Interesse wecken.
     
  9. Profilierungsfunktion [20]

    Eine Rezension kann das Profil ihres Autors und/oder des Medienorgans deutlich machen und so zum Wiedererkennungswert und zur Leserbindung beitragen.
     
  10. Anleitungsfunktion

    Jede Kritik enthält für den Rezipienten implizit auch eine Handlungsanleitung: Soll ich die CD kaufen/ in den Film gehen/ das Buch lesen/ die Ausstellung besuchen« Es ist unüblich, daß diese Anleitungsfunktion explizit formuliert wird. Vielmehr verweist ein Satz wie »Diese CD sollte in keiner Sammlung fehlen.« in der Regel auf geringe journalistische Erfahrung des Autors.

2.5 Zu den Beispielen

Um auch auf Details eingehen zu können und um eine gute Vergleichbarkeit zu ermöglichen, sind die Beispiele auf CD-Kritiken von Pop-Musik beschränkt. Derartige Kritiken sind nicht allzu schwer zu finden, da sie zum festen Bestandteil zahlreicher Zeitschriften, Zeitungen, Zeitungsbeilagen etc. gehören.

Die CD-Kritiken wurden aus den folgenden Zeitschriften ausgewählt:

  1. »Rolling Stone«: Die Adressaten sind Kenner- und Liebhaber von Pop-Musik. Neben dem musikalischen Schwerpunkt der Zeitschrift finden sich auch Artikel zu Themen wie Kino, Politik, Reisen etc. Die CD-Kritiken umfassen etwa 20 Seiten. Hier finden sich auch die umfangreichsten Rezensionen, die dennoch selten mehr als eine halbe Seite einnehmen.
  2. »Brigitte« kann wohl als prototypische Frauenzeitschrift bezeichnet werden. Schwerpunkte sind Themen wie Mode, Schminktips, Kochen, »Lebenshilfe« und dergleichen. Der CD-Teil von Ausgabe 1/2001 umfaßt 1 Seite, die komplett im Anhang zu finden ist.
  3. Die Zeitschrift »YAM« wendet sich an jugendliche Adressaten: Thematische Schwerpunkte sind Pop-, TV- und Sport-Stars, sowie Pubertätsprobleme, Sex-Tips etc. Die CD-Kritiken umfassen 2 Seiten.

2.6 Bausteine/Teilhandlungen

Im Folgenden werden Bausteine oder Teilhandlungen des Textmusters »CD-Kritik« vorgestellt und an Beispielen verdeutlicht. Da die Menge der möglichen fakultativen Teilhandlungen praktisch unbegrenzt ist, erhebt diese Auflistung keinesfalls den Anspruch der Vollständigkeit. Die Teilhandlungen werden in der Reihenfolge aufgeführt, in der sie in der prototypischen CD-Kritik wahrscheinlich erscheinen würden.

1. Informationen

Die folgenden Bausteine/Teilhandlungen informieren und belehren. Fast jede dieser Teilhandlungen kann jedoch auch ein Bewerten implizieren.

Informationen zum Medium

a. Abbildung des CD-Cover/Pressefoto des Künstlers (fakultativ/formal)

Diese fakultative Teilhandlung dient neben der Informationsübermittlung auch der Auflockerung des Layouts und somit der Unterhaltung und Bindung des Lesers. Sie ist in jeder der drei Beispiel-Zeitschriften zu finden. Die Abbildung ist als Baustein formal, da sie in nichtjournalistischen Musik-Bewertungen nicht vorkommt.

b. Nennung des CD-Titels und des Künstlers (konstitutiv)

Ohne die Nennung des Künstlers und/oder des CD-Titels ist eine Musikkritik nicht vorstellbar, daher handelt es sich um eine konstitutive Teilhandlung. In Rolling Stone und YAM werden die Angaben in der Überschrift gemacht, in Brigitte im Haupttext.

Zusammenfassende Überschrift, Nennung des Künstlers im Haupttext, Nennung des CD-Titels im Haupttext, Nennung des Plattenlabels im HaupttextTeenage Fanclub

Abbildung 1: Nennung von Titel und Künstler im Haupttext
(Quelle: Brigitte 01/2001, Seite 73)

c. Nennung der Plattenfirma (fakultativ)

In Brigitte und Rolling Stone wird auch das Label, unter dem die CD erschienen ist, genannt: im ersten Fall im Haupttext, im zweiten Fall in der Überschrift.

d. Nennung einer Web-Adresse (fakultativ)

In YAM wird unter dem Haupttext die Web-Adresse der Musikgruppe oder der Plattenfirma genannt.

e. Nennung der Bestellnummer (fakultativ)

Die Angabe einer Bestellnummer findet man heutzutage kaum noch in CD-Kritiken. Mögliche Gründe dafür sind:

1. Es gibt bei CDs kein einheitliches System der Bestellnummern und die Autoren scheuen den notwendigen Rechercheaufwand.

2. Es stellt keinerlei Problem dar, aktuelle CDs ohne diese Angabe im Fachhandel zu erwerben.

Auch die drei Beispielzeitschriften verzichten auf diese Angabe.

f. Erscheinungsdatum (fakultativ)

Die prototypische CD-Kritik behandelt stets ein aktuell auf den Markt gekommenes Produkt, daher ist die Angabe eines Erscheinungsdatums meist überflüssig.

g. Sonstige Fakten zum Medium (fakultativ)

Die Liste der möglichen Informationen, die zu einer CD gegeben werden können, läßt sich fast beliebig fortsetzen: so sieht man auch gelegentlich Angaben zur Spieldauer, zur Verpackung, zum Vertrieb etc.

Informationen zum Künstler und zum Werk

Die Informationen zu Künstler und Werk werden in der Regel im Haupttext gegeben.

a. Biographische Information (fakultativ)

Hier wird Wissen über den Musiker oder die Musikgruppe vermittelt: Herkunft, Werdegang, Alter etc.

b. Weitere Informationen zum Werk (fakultativ)

Auch hier ist die Liste der fakultativen Informationen beliebig erweiterbar: Beteiligte Musiker, Komponist, Produzent, Covergestaltung etc.

c. Beschreibung der Musik (konstitutiv)

Diese Teilhandlung wird als ganz wesentlich für eine Musikkritik angesehen und man ist daher geneigt, sie als konstitutiv einzuordnen. Andererseits könnte man sich beispielsweise eine YAM-CD-Kritik vorstellen, die eigentlich gar nichts über die Musik aussagt, die aber dennoch jeder als Musikkritik klassifizieren würde, allein schon deswegen, weil sie auf der selben Seite wie die anderen Musikkritiken veröffentlicht wird.

2. Formale Bausteine

Dies sind die typischen Elemente eines Presseartikels. Sie unterscheiden die Musikkritik von anderen Formen der Musikbewertung. Baustein 1.a könnte man ebenfalls unter dieser Überschrift einordnen.

a. Überschrift (fakultativ/formal)

Sie ist oftmals als formulierte Überschrift realisiert, die den Inhalt zusammenfaßt (in Brigitte und – in Form eines Subtitels – in Rolling Stone), dient aber auch häufig als Mittel zur Ausführung von Teilhandlung 1b (YAM und ebenfalls Rolling Stone). Eine CD-Kritik ohne Überschrift ist zwar ungewöhnlich, aber dennoch vorstellbar, daher ist auch sie fakultativ.

Joe Jackson - Night and Day II

Abbildung 2: Kopf einer Rolling-Stone-Kritik
Quelle Rolling Stone 12/200:

Jennifer Lopez: Love Don't Cost ...

Abbildung 3: Überschrift mit Nennung von Künstler, CD-Titel und Punktewertung
(Quelle: YAM 52/2000, Seite 20)

-> Abbildung 4: Bausteine einer typischen Musikkritik
(Quelle: Rolling Stone 12/2000, Seite 78)

b. Subüberschrift (fakultativ/formal)

Wie in journalistischen Texten üblich, gibt es auch gelegentlich eine Subüberschrift (so im Rolling Stone). Wie die Überschrift, ist auch die Subüberschrift ein formaler Baustein.

c. Haupttext (konstitutiv?)

Zu einer prototypischen CD-Kritik gehört sicherlich ein Haupttext. Ob man das folgende Beispiel noch als Musikkritik klassifizieren kann, ist daher gewiß fraglich. Auf jeden Fall ist die vorliegende haupttextlose Textsorte, die – bevorzugt gegen Jahresende – keineswegs selten in Musikzeitschriften anzutreffen ist, gleichfalls eine Form der journalistischen Musikbewertung:

Rolling Stone-Kritiker-Alben des Jahres

Abbildung 5
Quelle: »Rolling Stone« 1/2001, Seite 9

d. Zwischenüberschriften (fakultativ/formal)

Zwischenüberschriften sind, aufgrund der typischen Kürze von CD-Kritiken, eher unüblich.

e. Nennung des Autors der Rezension (fakultativ/formal)

In Rolling Stone und Brigitte wird der Autor der Kritik genannt. Dies erfüllt die folgenden Funktionen:

  1. Durch regelmäßiges Erscheinen von Artikeln eines bestimmten Autors wird sowohl ein Profil des Autors als auch der Zeitschrift geschaffen.
  2. Die Tatsache, daß der Autor mit seinem Namen für die Kritik einsteht, läßt diese glaubwürdiger wirken.
  3. Es wird auf den subjektiven Charakter der Kritik verwiesen (traditionelle Trennung von Nachricht und Kommentar) und so Seriosität vermittelt.

Daß die Autoren-Angabe in YAM nicht nur in den CD-Kritiken, sondern auch in den übrigen Beiträgen fehlt, mag folgende Gründe haben:

  1. Diese Information interessiert den jugendlichen Leser einfach nicht.
  2. Es soll betont werden, daß es sich, um ein Redaktions-Team handelt. Die Subjektivität der Rezension wird verneint durch die Konstruktion einer Gemeinschaft, in die auch der Leser selbst eingeschlossen werden kann (»Wir alle finden diese CD gut.« ).

3. Bewertung

Die Bewertung ist stets funktional, da sie dazu geeignet ist, einen journalistischen Text über Musik als Rezension zu klassifizieren.

a. Punktewertung (fakultativ/funktional)

Die Gesamtwertung einer CD wird häufig anhand einer Punktewertung verdeutlicht (in YAM und Rolling Stone). Die Punktewertung steht in der Regel separat vom Haupttext am Anfang (Rolling Stone) oder am Ende der Rezension (YAM).

b. Legende zur Punktewertung (fakultativ)

Man sollte meinen, daß zu einer Punktewertung auch zwingend eine Erklärung oder Legende gehört, die zumindest über die erreichbare Höchstpunktezahl Auskunft gibt. Doch in der untersuchten Ausgabe von Rolling Stone ist keine solche zu finden. Möglicherweise wird davon ausgegangen, daß dem Stammleser die Legende bereits bekannt ist. Oder es handelt sich schlicht um ein unbeabsichtigtes Versäumnis der Redaktion.

Direkt mit dem Baustein »Punktewertung« verknüpft, ist die Legende somit gleichfalls funktional.

Legende zur Punktewertung

Abbildung 6: Legende zur Punktewertung
(Quelle: YAM 52/2000, Seite 20)

c. Formulierte Bewertung der Musik (konstitutiv/funktional)

Die Bewertung wird im Haupttext ausformuliert.

d. Argumentation (konstitutiv?/funktional?)

Daß es von großer Bedeutung für eine Musikkritik ist, die Bewertung zu begründen, wird allenthalben betont: [21] »so gehört es zu den Pflichten des Popkritikers dieses 'Fürwahrhalten' nachvollziehbar zu gestalten und in einen decodierbaren Gesamtzusammenhang zu stellen.« [22] Zudem erlaubt die Argumentation dem Leser, eine eigene Meinung zu fassen (trägt also so zur Meinungsbildungsfunktion der Kritik bei). [23]

Ob eine solche Argumentation tatsächlich konstitutiver Bestandteil einer Kritik ist oder nur wünschenswertes Ideal, ist hingegen fraglich.

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3. Bewerten in Musikkritiken [24]

Daß, wie in den vorangegangenen Kapiteln erläutert, in Musikkritiken neben der Bewertungsfunktion auch die Unterhaltungsfunktion, Profilierungsfunktion etc. eine gewichtige Rolle spielen, führt dazu, daß ein eher essayistischer Schreibstil vorherrscht und man explizite Angaben zu Bewertungsaspekten, -maßstab, Gewichtung etc. oft vergeblich sucht. Mit ein wenig Detektivarbeit – d.h. durch Auflösen der Implikationen – kann man jedoch indirekte Hinweise finden.

3.1 Bewertungsgegenstand

Der Bewertungsgegenstand einer Musikkritik umfaßt mit Sicherheit das akustische Ereignis, kann aber (vor allem bei Konzertkritiken) auch außermusikalische Aspekte umfassen. So wird bei CD-Kritiken gelegentlich auch Aufmachung und Verpackung bewertet. Im Prinzip können alle mit dem Produkt verknüpfbaren Aspekte zu Bewertungsgegenständen werden:

»Das Ding [Verpackung, Anm. d. Aut.] ist noch idiotischer als der Album-Titel, mit dem sie ganz vorne liegen im diesjährigen Rennen um den Fiona-Apple-Preis für den dämlichsten Titel zu einem guten Album« [25]

Man könnte natürlich »Verpackung «, »Albumtitel« etc. auch unter Bewertungsaspekte einordnen. Tatsächlich sind die Grenzen zwischen Bewertungsgegenstand und Bewertungsaspekt fließend und die Einordnung subjektiv.

3.2 Bewertungsaspekte

Als Bewertungsaspekte kommen die musikalischen Parameter wie Komposition, Arrangement, Klangfarbe/Sound, Virtuosität etc. in Betracht. Welche davon tatsächlich in der Kritik vorkommen, hängt von Faktoren wie Musikrichtung oder Zielgruppe ab. So fällt beispielsweise auf, daß nur in Rolling Stone auch auf die Liedtexte eingegangen wird, während in YAM und Brigitte dieser Bewertungsaspekt keine Rolle spielt. Für Karl Bruckmeyer ist zudem die Einbindung außermusikalischer Bewertungsaspekte in der Pop-Kritik wesentlich: »Pop handelt von Zeichen und ihren Wirkungen. Pop ist die Kunst der Oberflächen: Wie könnte da feuilletonistisches Tiefschürfen zu einem brauchbaren Ergebnis kommen. Oder musikwissenschaftliches Trara – Mit anderen Worten: Ob jemand technisch versiert sein Instrument bedient, kann im Einzelfall wesentlich unwichtiger sein als die Farbe seiner/ihrer Baseballmütze. Und umgekehrt!« [26]

In der Kritik von Wolfgang Doebeling [27] (Abbildung 4) lassen sich folgende Bewertungsgegenstände ausmachen:

  • die Person Sade: zeitlos aparte Lounge-Diva, Dame, nach außen kühl, mondän, unnahbar, ganz Luxusgeschöpf, schüchtern, öffentlicher Schaustellung abhold, resistent gegenüber Moden und Mätzchen, kein sprunghafter Typ, entscheidet sich im Zweifel stets für das Bewährte, Sade weiß Konstanz und Kontinuität zu schätzen, geht selten ins Studio
  • Gesangsweise: Sade singt, wie Scully spricht: leise, verhalten, prononciert; Stimme ist halbe Tönung dunkler, gleichzeitig weniger rauchig, tonlos-verhallte Roboter-Phrasierung
  • Musik: linde Grooves; lakonische Balladen; sparsame Arrangements; eine einsame Akustik-Gitarre; herausragend in musikalischer Hinsicht indes ist ein anderer, für Sades Verhältnisse hochpolitischer Cut; stoisch-maschinelle Beats; atmosphärisch bedrohliche Akkorde; gespenstischer Backing-Gesang; (der Rest ist also) Old-School-Sade, verschlafene Bassläufe, daunenweiche Balladen, Boudoir-Balzen, eingängige Jazz-Akkordik, Keyboards zwischen Kirche und Hotel-Lobby
  • Wirkung der Musik: The Sweetest Gift geht nahe, ist mehr als gefühlsneutral, Sade ungeschützt, zwischen sich und der Neugierde des Zuhörers nur eine einsame Akustik-Gitarre, deren defensives Pling-Pling bohrende Blicke in entlegenere Herzwinkel nicht zu verstellen vermag, Furcht und Beklemmung

Keine Rolle spielen für das Bewertungssubjekt z.B. Aussehen des Covers oder Qualität der Songtexte. Die Ausführlichkeit der Informationen zu der Person, der Musik und der Wirkung der Musik geben Hinweise auf die Gewichtung der Bewertungsaspekte, wobei keine explizite Hierarchisierung der Aspekte vorgenommen wird.

3.3 Gewichtung der Einstufungsergebnisse

Die Gewichtung der Einstufungsergebnisse untereinander wird in der Regel nicht ausformuliert. »In den Rezensionen ist es nun häufig so, daß solche Gegenüberstellungen nicht zu einem Gegeneinanderaufwiegen der Einzelurteile führen; dem Leser wird dann nur mitgeteilt, daß diese Licht- jenen Schattenseiten gegenüberstehen.« [28]

Die tatsächliche Gewichtung der Einstufungsergebnisse kann der Leser möglicherweise aus dem Gesamturteil (bzw. der Punktewertung) rekonstruieren.

3.4 Bewertungsmaßstab

Auch den Bewertungsmaßstab muß sich der Leser in der Regel selbst erschließen. Er ist ableitbar etwa über den Adressatenkreis der Zeitschrift oder die Kenntnis des Autors der Kritik. Wenn in Brigitte rechts oben ein Portraitfoto des Autors abgebildet ist, so erfüllt dies zunächst einmal die Profilierungsfunktion, gleichzeitig signalisiert das wohlfrisierte Erscheinungsbild und das Alter des Autors der Adressatin der Zeitschrift, daß wohl auch der Bewertungsmaßstab des Abgebildeten von dem ihren nicht allzu divergierend sein kann.

Vor allem in YAM kann der Bewertungsmaßstab aus kausalen Zusammenhängen erschlossen werden, die entweder sprachlich als Wenn-Dann-Beziehungen ausgedrückt sind oder als solche rekonstruiert werden können:

  • »Am besten sind die 'Copters' , wenn sie wie in »You're too good« überraschen, als plötzlich ein Frauenchor losröhrt.« [29] (Wenn Überraschung, dann am besten)
  • »Satte Breakbeats über einer groovenden Hookline und ein funky Refrain machen den Song zum Hit!« [30] (Wenn satte Breakbeats, groovy Hookline und funky Refrain, dann Hit)

Für den Kritiker im Beispiel (Abbildung 4) scheint ein wichtiger Bewertungsmaßstab die Musik zu sein, die die Künstlerin vor ihrer aktuellen Platte gemacht hat. Ausdrücke wie »kopiert einmal mehr nur Sade« [31] , »nichts scheint sich je zu ändern« [32] , »erweist sich ein weiteres Mal resistent gegenüber Moden und Mätzchen« [33] , »ergeht sich in gewohnt lasziver [...] Langsamkeit« [34] , »Konstanz und Kontinuität «, »Old-School-Sade« weisen darauf hin. Die fehlende Innovation wird negativ bewertet, darauf verweisen Sprachhandlungen wie BEDAUERN (»Schade: die zeitlos aparte Lounge-Diva kopiert einmal mehr nur Sade.« [35] ), das Adverb »nur« und die abschließende Sprachhandlung ABRATEN vom Kauf (»Wieviele Sade-LPs braucht der Mensch« Vier? [...] Mehr aber ganz bestimmt nicht.« [36] ) Die zugrundeliegende Wertvorstellung ist Innovation als Positivum. Dafür spricht auch die positive Bewertung von »Immigrant«, der als »hochpolitischer Cut Risse im sorgsam gepflegten Image des [...] Smooth Operator« [37] hinterläßt. Eigenschaften wie Beständigkeit und gleichbleibende Qualität, die in anderen Kontexten durchaus positiv konnotiert sein können, werden zugunsten von Neuartigkeit und Mut zum Außergewöhnlichen abgelehnt.

Desweiteren werden Nähe und Eindringlichkeit positiv bewertet:

»Nur 'The Sweetest Gift' geht nahe, ist mehr als gefühlsneutral. Sade ungeschützt, nur zwei Minuten lang, zwischen sich und der Neugierde des Zuhörers nur eine einsame Akustik-Gitarre, deren defensives Pling-Pling bohrende Blicke in entlegenere Herzwinkel nicht zu verstellen vermag.« [38]

Gefühlsneutralität ist für den Kritiker keine positive Eigenschaft. Aufgrund der Ablehnung bestimmter Eigenschaften lassen sich die Wertvorstellungen des Autors rekonstruieren.

3.5 Bewertende Sprachhandlungen

Zu den typischen bewertenden Sprachhandlungen gehören LOBEN und KRITISIEREN, die wiederum Grundlage sind für Sprachhandlungen wie ABRATEN, ANRATEN. Auch IRONISIEREN, BEMITLEIDEN, BEWUNDERN etc. stellen bewertende Sprachhandlungen dar. Zwischen den einzelnen Sprachhandlungen lassen sich indem-Zusammenhänge feststellen. So kann man z.B. KRITISIEREN indem man IRONISIERT (»Wie schön schwelgen die Violas und Celli, wie dezent pluggern die Synthesizer, wie geschmackvoll greift Joe in die Tasten« [39] ) oder indem man BEMITLEIDET (»Armer, alter Joe« [40] ).

Da, wie bereits erwähnt, für Musikkritiken ein essayistischer Schreibstil typisch ist, finden sich selten performative Verben, wie z.B. »ich lobe die CD... «, »ich rate zum Kauf... «. Es finden sich aber oft konventionelle Ausdrucksmöglichkeiten für LOB und KRITIK. Zum typischen sprachlichen Bewertunsgsinventar gehören z.B. Superlative (»... das viele für sein bestes halten ... Amerikas bestes Songwriterehepaar« [41] ), bewertende Adjektive (»wundervoll«, »gelungen«, »legendär« [42] ), Substantive (»Hit«, »Glanzstück« ) [43] und Verben (»schmücken «, »überraschen«, »grooven« ) [44].

Zur »guten Schreibe« in Musikkritiken gehören aber auch unkonventionelle Ausdrücke und Wendungen. [45] Je nach Adressatengruppe werden mit einem solchen Schreibstil ästhetische Bedürfnisse befriedigt (Genuß am Sprachspiel, an der außergewöhnlichen Wendung), soziolektale Identifikationsmöglichkeiten geschaffen (Jugendsprache, In-Group-Slang), außerdem kann sich der Schreiber als wortgewandter und witziger Kenner profilieren.

3.6 Bewerten durch Beschreiben

Die Teilhandlung des Beschreibens wird häufig gleichzeitig mit der des Bewertens ausgeführt [46], wenn die verwendeten Begriffe positive oder negative Konnotationen enthalten, was zum Teil in äußerst subtiler Weise geschieht:

»Heute sind es Stadthallen und Opern in denen Joe Jackson seine Kunstfertigkeit zeigt, im Foyer gibt es Prosecco. Ganz früher war Joe ein Punk und hasste Bäume.« [47]

Die Begriffe »Stadthalle «, »Oper «, »Prosecco« und »Kunstfertigkeit« sind für sich betrachtet nicht negativ konnotiert (eher im Gegenteil), während man mit Begriffen wie »Punk« und »hassen« selten Positives verbindet. In dieser biographischen Information zu Joe Jackson werden die Begriffe jedoch so gegenübergestellt, daß sie eine negative Bewertung von Joe Jacksons Musik ergeben, indem implizit dem Künstler Anbiederung an das kulturelle Establishment vorgeworfen wird.

3.7 Herantragen

Durch das Herantragen von Topoi, die zunächst einmal nichts oder nur wenig mit dem Bewertungsgegenstand zu tun haben, wird dieser in einen positiven oder negativen Kontext gesetzt. Sehr beliebt ist es etwa, durch den Verweis auf die Erfolge eines Künstlers eine positive Grundstimmung zu erzeugen (wobei eine solche Aufzählung selbstverständlich auch die Teilhandlung »Informieren« darstellt.) Bei Brigitte und YAM ist dieser Verweis geradezu obligatorisch, so daß bei fehlenden eigenen Erfolgen schon mal der Erfolg einer anderen Band herhalten muß: »Kürzlich haben es die Jungs von HIM europaweit mit 'Join Me' auf Platz eins der Charts geschafft, jetzt schicken sich The Crash an, es ihren Landsleuten gleichzutun.« [48]

Wenn beispielsweise an dem Bruce-Springsteen-Tribut-Album »Badlands« »Amerikas bestes Songwriter-Ehepaar« [49] beteiligt ist, so bleibt beim flüchtigen Lesen der bewertungsrelevante Ausdruck »bestes« in Erinnerung und wird mit dem Bewertungsgegenstand in Verbindung gebracht, bei genauerem Lesen stellen sich jedoch die Fragen, wieviele Songwriter-Ehepaare es wohl sonst noch gibt und was die songwriterischen Qualitäten wohl zu einem Album beitragen können, auf dem ohnehin nur interpretiert wird.

3.8 Die gute Schreibe

Guter Schreibstil dient der Profilierung des Autors und des Medienorgans sowie der Leserbindung und Unterhaltungsfunktion. »Die Musikkritiker gelten häufig als die Poeten unter den Kulturjournalisten, (allzu) blumige Formulierungen findet man bei ihnen besonders oft. Wer kaum Möglichkeiten hat (von Oper einmal abgesehen), Szenen zu beschreiben wie etwa die Film- und Theaterkritiker, muß eben mit der eigenen Phantasie nachhelfen. Und wenn die sich dann – meist aus Begeisterung – verselbständigt, liest man Sätze wie diesen: Von der Schönheit Schubertscher Melodie zog er die Maske ab. Unter ihr schwelte das gefährlichste Feuer; es erhitzte sich mit jedem Takt, der in ferne Seligkeiten ausschweifenden Klavierkantilene mehr und so stark, bis wieder nächtlicher Phantasieblitz, im Brendelschen Akkordanschlag von weltvernichtendem Strahl, zur reinigenden Entladung kam.« [50]

Der Hang zur »Poesie« in der Musikkritik ist eng verknüpft mit den beschriebenen Funktionen der Rezension:

  • Mit der Bildungsfunktion, oder ganz konkret dem Informieren durch Beschreiben der Musik, ohne dabei allzusehr auf, dem Adressaten fremde, Fachtermini zurückzugreifen. Der Musikkritiker muß »ein rein akustisches Phänomen in Sprache 'übersetzten', was ein nicht zu unterschätzendes Verbalisierungsproblem darstellt.« [51] »Dazu kommt eine weitere Schwierigkeit, daß sich [...] der gemeinsame Zeichenvorrat des Kommunikators und des Rezipienten, also des Kritikers und seiner Leser nicht deckt.« [52] Wesentliche Mittel zur Erreichung dieses Ziels sind Metapher und Vergleich [53] sowie insbesondere synästhetische Metaphorik [54] (»linde Grooves« [55]). Personifizierungen (»verschlafene Baßläufe« [56]) und Adjektive aus dem taktilen Sinnesbereich (»daunenweiche Balladen« [57]) sorgen für Plastizität.
  • Mit der Unterhaltungsfunktion: Hier kommt die angesprochene »Freude am ästhetisch Gelungenen« zum Tragen. Ebenso dienen Ironie, Satire und ähnliche humorige Stilmittel der Erfüllung dieser Funktion (»In einer besseren Zeit, manche nennen sie die 80er Jahre, bestaunten wir in einer Sendung, die sich 'Rockpalast' nannte, eine merkwürdige Gestalt: einen blassen Säugling mit langen Gliedmaßen.« [58])
  • Mit der Profilierungsfunktion: Rhetorische Stilmittel können zu Markenzeichen eines Autors oder einer Zeitschrift werden.
  • Mit der Bewertungsfunktion: In Kapitel 3.6 wird erläutert, daß das Beschreiben zumeist auch ein Bewerten impliziert. Ebenso werden die rhetorischen Stilmittel, gleich ob sie jetzt zuvorderst der Beschreibung, der Unterhaltung oder der Profilierung dienen, zur Bewertung verwendet.

Diese vier Funktionen werden mit rhetorischen Mitteln oftmals gleichzeitig erfüllt.

Ähnlich wie im oben von Claus Spohn aufgeführten Beispiel versucht sich Wolfgang Doebeling an einer musikalischen Beschreibung ohne Fachtermini, mittels Metapher, Vergleich, Ellipsen, Alliterationen, Synästhesie und dergleichen mehr (und schießt dabei möglicherweise etwas über das Ziel hinaus). Gleichzeitig wird durch eine derartig »schöne« Sprache der Leser erfreut und das schreiberische Profil des Autors geformt. Zudem kann man davon ausgehen, daß der Autor durch die Verwendung solch ästhetischer und emotionaler Sprache die Musik positiv bewertet.

»Ein subsonisches, sinistres Rollen, die Rhythmen wie auf der Flucht vor dem guten Geschmack und anderen Paragraphen, die Orgel auf Talfahrt, sich überschlagend, heulend, wimmernd, die Gitarren blechern und konvulsiv, der Sänger mal manisch, dann wieder in dunkler Trance, fast tonlos, die Songs sämtlich aschfahl, ihre Synapsen zuckend, die Worte klamm und beklemmend. Kaltes Fieber.« [59]

Durch ironische Redeweise erfüllt das folgende Beispiel die Funktionen von Unterhaltung und Profilierung. Gleichzeitig dient es der Bildungsfunktion, indem wir erfahren, daß Roger Waters eine Live-CD mit alten Hits veröffentlicht und daß er in jüngster Zeit keine Hits mehr hatte. Außerdem wird das Werk bewertet, indem vermittelt wird, es handele sich um eine CD, die niemand hören möchte.

»Ja genau das wollten wir kurz vor Weihnachten noch einmal hören: Roger Waters, wie er all seine alten Hits schon wieder live singt, weil er ja keine neuen hat.« [60]

Weitere Beispiele, die eine oder mehrere der genannten Funktionen erfüllen:

  • Rhetorische Frage und Übertreibung: »Warum aber können wir nicht in Ruhe gelassen werden? Warum muss immer und immer wieder diese Band ausgeschlachtet werden, bis sie irgendwann jeder hasst?« [61]
  • Vermischung von Stilebenen: »Nie war es leichter, sich eine Atmosphäre von Understatement und Dekadenz ins traute Heim zu holen. Pardon, aber: Das ist ziemlich geil.« [62]
  • Alliterationen: »Martialischer Metal «, »Pomp und Prätention« [63]
  • Parallelismus: »Schrecklich seicht, schrecklich erfolgreich« [64]
  • Verfremdete Redensarten: »Billig-Piano-Pop, den die Welt wohl braucht. Schade eigentlich.« [65]

3.9 Erfüllung der Unterhaltungsfunktion und Profilierungsfunktion (Leserbindung)

3.9.1 durch Personalisierung (Human-Interest-Bereich):

Eine wichtige Rolle bei Zeitschriften spielt der sogenannte »Human-Interest-Bereich «, das heißt der Autor versucht durch Personalisierung eine besondere Anteilnahme beim Leser zu erzeugen. Auffallend ist, daß auch bei Werken musikalischer Kollektive (wie im folgenden Beispiel die CD der Band »Limp Bizkit« ) zumeist eine Person näher vorgestellt wird. Die Personalisierung erfüllt die Unterhaltungsfunktion und die Profilierungsfunktion.

»Es gibt Leute, die Fred Durst hassen, weil er ein loses Mundwerk hat. Andere hassen ihn für seine HipHop-Posen, wiederum andere dafür, dass er den Stand der Hutmode des weißen Mannes um 20 Jahre zurückgeworfen hat. Die meisten aber hassen ihn, weil er Fred Durst ist. Und das findet er gut so. Wie viele andere aufdringliche Rock'n'Roll-Kreischer vor ihm, nehmen wir Axl Rose, Courtney Love oder Billy Corgan, ist Durst nicht halb so bescheuert, wie er uns glauben macht, und nicht halb so unmusikalisch, wie er sich selbst sieht. Man kann über ihn nicht einmal sagen: Wäre er nicht so eine schreckliche Nervensäge, dann wäre er ganz großartig. Denn das ist es ja, worin er großartig ist: Ein grässlicher Nervtöter zu sein. Anders als den oben Genannten aber gelingt es ihm, dabei immer witziger zu werden. Und wenn seine Band so richtig los legt, dann ist Fred Durst ein echter Rockstar.« [66]

3.9.2 durch Manifestation eines gemeinsamen Hintergrundes (Politik, Fernsehen, Kino, Insiderwissen)

Auch falls der Leser beim Name Dropping kaum eine der genannten Personen kennen sollte, so bekommt er doch das Gefühl vermittelt, Teil eines Insiderkreises zu sein. Zudem kann der Autor damit einen Ruf als Kenner der Szene aufbauen.

»Da wäre als erstes, dass auf »Zweilicht« (Kantes zweiter Platte) eine Hälfte von Blumfeld spielt: Bassist Peter Thiessen, hier Sänger und Gitarrist, und Keyboarder Michael Mühlhaus, der als Gast mitläuft. Unter Vertrag ist die Band beim Label Kitty-Yo, dessen Chef wiederum Patrick Wagner von Surrogat ist – so kommt eins zum anderen.« [67]

Ähnliches gilt für die Verwendung von Fach-/Szenesprache, obgleich dies im Widerspruch steht zur Forderung nach Verständlichkeit. »Satte Breakbeats über einer groovenden Hookline und ein funky Refrain machen den Song zum Hit!« [68]

Einen gemeinsamen kulturellen Hintergrund vermittelt das folgende Beispiel: Ohne weitere Erläuterungen nennt der Autor zwecks Bewertung und Beschreibung »Scully«, die Hauptfigur der Fernsehserie »Akte X«. Er demonstriert so, daß er über den selben kulturellen Background verfügt wie seine Leser und deutet gleichzeitig damit an, daß auch sein Bewertungsmaßstab vermutlich ähnlich dem seiner Leser ist: »und Sade singt, wie Scully spricht: leise, verhalten, prononciert.« [69]

3.9.3 durch effektvolle Überschrift oder Einstieg:

Nicht nur auf der ersten Seite von Zeitungen und Zeitschriften, die am Kiosk ausliegen, sind effektvolle Einstiege und Überschriften wichtig. Auch wenn die Zeitschrift bereits gekauft wurde, muß weiterhin zum Lesen animiert werden, denn nur eine Zeitschrift, die auch zum großen Teil gelesen wird, wird auch ein weiteres Mal gekauft. Gleichzeitig dienen diese Elemente auch der Unterhaltungs- und der Profilierungsfunktion.

Einstieg: »Mannheim ist das neue Jerusalem und der heilige Berg Zion liegt neuerdings auf dem Heidelberger Königsstuhl« [70]

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4. Fazit

Gerade in Rolling Stone hat sich die Musikkritik wegentwickelt von der eigentlichen sozialen (Bewertungs-)Funktion hin zu einer eigenständigen sprachlichen Kunstform. Es konnte gezeigt werden, daß wichtige Funktionen des speziellen Stils, der in Musikkritiken vorherrscht, folgende sind:

  • Akzeptanz (Adressatenorientierung, Erfüllung von Leserbedürfnissen und Orientierung an Gruppensprache schafft Akzeptanz für das Geschriebene und damit auch für die enthaltene Bewertung)
  • Profilierungsfunktion (über gute Schreibe profiliert sich das Bewertungssubjekt, wird zum Kenner und Könner)
  • Ästhetische Funktion (die Kritik ist stilistisch ansprechend, ähnlich wie eine Glosse, Wortwitz sichert Leserinteresse).

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5. Literaturverzeichnis

Primärliteratur

Bartels, Stefan: »Musik, Kulturmagazin« in »Brigitte« 1/2001, Seite 73, Hamburg 2001

Diederichsen, Diedrich: »1500 Schallplatten 1979-1989 «, Köln 1989

Doebeling, Wolfgang: »Sade – Lovers Rock« in Rolling Stone 12/2000, Seite 78, Hamburg 2000

Doebeling, Wolfgang: »The Flaming Stars – A Walk On The Wired Side« in »Rolling Stone« 1/2001, Seite 88, Hamburg 2001

Doebeling, Wolfgang: »Yngwie Malmsten – War To End All Wars« in »Rolling Stone« 12/2000, Seite 79, Hamburg 2000

»Der Schallplattenmann sagt – Das aktuelle CD- und LP-Magazin «, http://www.schallplattenmann.de, 22.08.2001

Fuß, Birgit: »Roger Waters – In The Flesh« in »Rolling Stone« 1/2001, Seite 89, Hamburg 2001

Fuß, Birgit/ Pohl, Gerrit: »Short Cuts« in Rolling Stone 12/2000, Seite 81, Hamburg 2000

Hentschel, Joachim: »Kante – Zweilicht« in »Rolling Stone« 1/2001, Seite 88, Hamburg 2001

Klotz, Jan: »Söhne Mannheims – Zion« in »Rolling Stone« 1/2001, Seite 80, Hamburg 2001

Kreft, Mathias: »Hotel Costes – Etage 3« in »Rolling Stone« 1/2001, Seite 80, Hamburg 2001

Sheffield, Rob: »Limp Bizkit – Chocolate Starfish & the Hot Dog Flavored Water« in »Rolling Stone« 12/2000, Seite 71–72, Hamburg 2000

Willander, Arne: »Joe Jackson – Night And Day II« in »Rolling Stone« 1/2001, Seite 78, Hamburg 2001

Sekundärliteratur

Bruckmaier, Karl: »Exkurs: Popkritik im Feuilleton« in Heß, Dieter: »Kulturjournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis «, München, Leipzig 1992, Seite108–120

Böheim, Gabriele: »Zur Sprache der Musikkritiken. Ausdrucksmöglichkeiten der Bewertung und/oder Beschreibung« in Holzwer, Johann/ Jonas, Monika/ Moder, Hans/ Schleichl, Sigurd Paul/ Siller, Max (Hrsg.): »Insbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft «, Germanistische Reihe, Band 33, Insbruck 1987

Ripfel, Martha: »Was heißt bewerten?« in »Deutsche Sprache« 15/1987, Seite 151–177

Stegert, Gernot: »Filme rezensieren in Presse, Radio und Fernsehen «, München 1993

Sandig, Barbara: »Formulieren und Textmuster – Am Beispiel von Wissenschaftstexten« in: Jakobs, E.-M/Knorr, D. (Hrsg.): »Schreiben in den Wissenschaften «, Frankfurt am Main u.a., Seite 25–44

Spahn, Claus: »Musikkritik« in Heß, Dieter: »Kulturjournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis «, München und Leipzig 1992, Seite 101–108

Stürmer, Anette Oberhauser, Stephan/ Herbig, Albert/ Sandig, Barbara: »Bewerten und Bewertungsinventar: Modellierung und computergestützte Rekonstruktionsmöglichkeiten« in »Deutsche Sprache« 3/1997, Seite 272–288

Zillig, Werner: »Textsorte Rezension« in: Detering, Klaus/ Schmidt-Radefeld, Jürgen/ Sucharowsk, Wolfgang (Hrsg.): »Sprache erkennen und verstehen. Akten des 16. Linguistischen Kolloquiums Kiel 1981 «, Band 2, Tübingen 1982, Seite 197–208

Anhang 1

-> Brigitte 1/2001, Seite 73

Anhang 2

-> Yam 52/2000, Seite 20

Anhang 3

-> »Rolling Stone« 01/2001, Seite 78


[1] Stegert 1993, Seite 22/23

[2] Stegert 1993, Seite 14

[3] vgl. Stegert 1993, Seite 14

[4] vgl. Sandig 1997, Seite 29/30

[5] vgl. Sandig 1997, Seite 29/30

[6] vgl. Kapitel 2.6

[7] Der Terminus »klassische Musik« ist aus (musik-)wissenschaftlicher Sicht nicht ganz korrekt, da er für die Kunst-Musik einer bestimmten Epoche reserviert ist.

[8] vgl. Böheim 1987, Seite 125 und Spahn 1991, Seite 101

[9] vgl. Sandig 1987, Seite 28

[10] vgl. Stegert 1993, Seite 28–29

[11] vgl. Stegert 1993, Seite 29–30

[12] vgl. Stegert 1993, Seite 30–32

[13] vgl. Stegert 1993, Seite 32–33

[14] Stegert 1993, Seite 32

[15] Stegert 1993, Seite 33

[16] vgl. Stegert 1993, Seite 33–34

[17] Stegert 1993, Seite 33

[18] vgl. Stegert 1993, Seite 34–35

[19] vgl. Stegert 1993, Seite 35–36

[20] vgl. Stegert 1993, Seite 36–37

[21] vgl. Bruckmaier 1992, Seite 112, Spahn 1992, Seite 104 und Zillig 1982, Seite 204

[22] Bruckmaier 1992, Seite 112

[23] vgl. Spahn 1992, Seite 104

[24] vgl. Ripfel in Deutsche Sprache 15/1987 und Stürmer/Oberhauser/Herbig/Sandig in Deutsche Sprache 3/1997, Seite 272–280

[25] Sheffield in Rolling Stone 12/2000, Seite 71

[26] Bruckmayer in Heß 1992, Seite 110

[27] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[28] Zillig in Deterning u.a. 1981, Seite 204

[29] YAM 52/2000, Seite 20

[30] YAM 52/2000, Seite 20

[31] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[32] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[33] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[34] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[35] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[36] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[37] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[38] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[39] Willander in Rolling Stone 1/2001, Seite78

[40] Willander in Rolling Stone 1/2001, Seite78

[41] Bartels in Brigitte 1/2001, Seite 73

[42] Bartels in Brigitte 1/2001, Seite 73

[43] Bartels in Brigitte 1/2001, Seite 73

[44] YAM 52/2000, Seite 20

[45] vgl. Kapitel 3.8

[46] vgl. Böheim in Holzner u.a. 1987, Seite 278

[47] Willander in Rolling Stone 1/2001, Seite78

[48] Bartels in Brigitte 1/2001, Seite 73

[49] Bartels in Brigitte 1/2001, Seite 73

[50] Spahn in Heß 1992, Seite101

[51] Böheim in Holzner u.a. 1987, Seite 125

[52] Böheim in Holzner u.a. 1987, Seite 37

[53] vgl. Böheim in Holzner u.a. 1987, Seite 213ff

[54] vgl. Böheim in Holzner u.a. 1987, Seite 266f

[55] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[56] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[57] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[58] Willander in Rolling Stone 1/2001, Seite 78

[59] Doebeling in Rolling Stone 1/2001, Seite 88

[60] Fuss in Rolling Stone 1/2001, Seite 89

[61] Fuss in Rolling Stone 1/2001, Seite 89

[62] Kreft in Rolling Stone1/2001, Seite 80

[63] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 79

[64] Fuß/ Pohl in Roliing Stone 12/2000, Seite 81

[65] Fuß/ Pohl in Roliing Stone 12/2000, Seite 81

[66] Sheffield in Rolling Stone 12/2000, Seite 71

[67] Hentschel in Rolling Stone 1/2001, Seite 88

[68] YAM 52/2000, Seite 20

[69] Doebeling in Rolling Stone 12/2000, Seite 78

[70] Klotz in Rolling Stone 1/2001, Seite 80


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